Selbstverteidigung

Was macht es für einen Sinn, mit einem Ratanstock zu trainieren, den man im Alltag nie dabei hat? Ganz einfach – das Gelernte lässt sich natürlich nicht nur mit einem Stock umsetzen, sondern auch mit zahlreichen Alltagsgegenständen wie etwa einem Regenschirm oder eben auch waffenlos. Wobei es natürlich zu Beginn einfacher ist, sich mit Hilfsmitteln zur Wehr zu setzen. Daher steht dieser Aspekt – zumindest anfänglich – im Fokus des Trainings. Hinzu kommen aber auch der Umgang mit Messern sowie das Training mit dem sogenannten Dulo einem sehr kurzen Stock für den Nahkampf (der im Ernstfall auch ein Kugelschreiber sein kann).

Bei den Techniken kommt es vor allem auf die Koordination und die Reaktionsfähigkeit an. Beides wir kontinuierlich geschult. Denn selbst wenn die Techniken nicht nur kompromisslos sind, sondern bisweilen sogar hart aussehen, nutzt gerade der Fortgeschrittene doch eher die Kraft des Gegners aus. Das macht das Ganze besonders für Frauen und Kinder sowie ganz allgemein für körperlich schwächere Personen interessant. Ein Plus, welches auch bei der Selbstverteidigung (SV) eine entscheidende Rolle spielt.

Zudem fördert das Training mentale Stärke und damit das Selbstvertrauen. Das wiederum sind wichtige Säulen für die Selbstbehauptung. Hierbei geht es um ein selbstbewusstes (nicht aber überhebliches) Auftreten, um nicht in die Opferrolle zu geraten. Prinzipiell gilt: Eine vermiedene körperliche Auseinandersetzung ist ein gewonnener Kampf. Da das aber nicht immer möglich ist, lohnt es sich, entsprechend vorbereitet zu sein. Dazu gehört allerdings auch, die Grenzen des Machbaren kennenzulernen. Daher versprechen in Sachen Selbstverteidigung auch nichts, was sich nicht einhalten lässt.

Das ist letztlich auch der Grund, warum man bei uns keine festgelegten Bewegungsabfolgen findet. Zwar gibt es sogenannte Drills, die fürs Üben unerlässlich sind. Exakt vorgegebene Abläufe gibt es aber ganz bewusst nicht. Das wäre letztlich kontraproduktiv für jede Form der Selbstverteidigung. Auch verzichten wir mit fortschreitendem Training darauf, den „Angriff“ stehen zu lassen. Dies mag etliche Möglichkeiten für schöne Technikserien eröffnen. Mit der Realität hat das aus unserer Sicht allerdings wenig zu tun.

Wir behalten uns vor, Personen abzulehnen, die wir für charakterlich ungeeignet halten.